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21.04.2009
"B 19 neu" Fertigstellung im Herbst
Zwischen Waltenhofen und Immenstadt durchgehend vierspurig

Bild: Jochen Jankowsky

Von Elke Wiartalla - Zehn Jahre Bauzeit und 100 Millionen € Baukosten für 14 Straßenkilometer: nüchterne Zahlen, hinter denen sich das Großprojekt „B 19 neu“ verbirgt.

Im September 2009 ist es nun endlich soweit, dass die neue Straße zwischen Waltenhofen und Immenstadt durchgehend vierspurig dem Verkehr übergeben wird. 
 
Einer, der die Planungs- und Baugeschichte über 1 Jahrzehnt begleitet hat, ist Werner Schmid vom Staatlichen Bauamt in Kempten. Die Aktenordner für Bauplanung und Realisierung könnten in seinem Büro inzwischen die Wände auskleiden. Und wenn er nach zwölf Jahren das Projekt endlich tatsächlich „zu den Akten“ legen kann, verabschiedet er sich auch ein bisschen wehmütig von „seinem“ Kind.
 
Seifener Becken beim Pfingsthochwasser 1999 Bild: Jochen Jankowsky
Turbulente zwölf Jahre ziehen an ihm vorbei: viele bürokratische Schritte, Vorentwürfe, baurechtliche Genehmigungen, mehrere Planfeststellungsverfahren, die Zerlegung des Gesamtprojekts in drei verschieden schwierige Abschnitte und 1999 das große Pfingsthochwasser, dass die Pläne buchstäblich fortspülte und für das Seifener Becken einen totalen Neuanfang erforderte, bei dem dann auch das Wasserwirtschaftsamt mit „im Boot“ saß.
 
Die Geschichte „B 19 neu“ von Anfang an zu beschreiben, muss Schmid zeitlich zurückgreifen auf das Jahr 1939. Damals schon gab es Pläne, Waltenhofen zu umfahren. „Von der Trassierung her war das alles gar nicht so weit entfernt von der jetzigen“, so Schmid. Dass dann alles anders kam und eher Autobahnen Richtung Osten gebaut wurden zum Truppentransport, sei bekannt.
 
B 19 Thanners mit Autoschlange von Norden Bild: Werner Schmid B 19 zwischen Immenstadt und Sonthofen - Bild: Werner Schmid
Den nächsten großen Anlauf gab es 1971. Da hatte der Verkehr auf der B 19 schon drastisch zugenommen, sämtliche Prognosen waren von der Wirklichkeit überholt worden und es war erkannt worden, dass ein Ausbau dringend nötig sei. Ein Raumordnungsverfahren wurde eingeleitet und man verständigte sich auf eine Trassenführung viel weiter im Osten der Iller auf Sulzberger Flur als Anbindung für die damals geplante Queralpenautobahn A 98.

Doch es geschahen wieder unerwartete Dinge: die Pläne für den Autobahnbau von Irschenberg an der A 8 bis nach Basel wurden ebenso eingestampft wie der vierspurige Ausbau der B 19 südlich von Sonthofen, nachdem der Durchstich bis ins Lechtal als große europäische Nord-Südverbindung von österreichischer Seite her nicht mehr weiter verfolgt wurde.
 

Bild: Werner Schmid
1983 bis 1987 folgte dann eine lange Phase des Umdenkens und Umschwenkens. Schmid: „Nachdem sich alle schon auf eine Trasse östlich der Iller eingestellt hatten, brauchte es viel Überzeugungsarbeit für den Neubau westlich des Flusses“. Als der Vorentwurf, in dem es lediglich ums Geld geht, bei der Bundesregierung durch war, ging es an die baurechtliche Genehmigung. Das Planfeststellungsverfahren für den ersten Abschnitt von Lanzen bis Herzmanns gestaltete sich schwierig.

Der Widerstand gegen die überraschende Trassenänderung war gigantisch groß und begleitet von Einschränkungen wie etwa neuen Lärmschutzwerten und dem Artenschutz. „Um dieser Rechtsentwicklung Rechnung zu tragen, gab es auch zwei große Tekturen“, erläutert Schmid.
 
Bild: Werner Schmid
Sozusagen in einem Abwasch wurde dann im Jahr 1996 die Planfeststellung für die beiden folgenden Abschnitte von Herzmanns bis zum Heuberg und schließlich bis nach Immenstadt abgearbeitet. 1999 sei zwischen Wasserwirtschaftsamt und Staatlichem Bauamt nur noch strittig gewesen, wie es um das Seifener Becken im Hochwasserfall bestellt wäre. „Alle hatten ein bisschen Recht und alle hatten ein bisschen Unrecht“, erinnert sich Schmid.

„Petrus hat dann jedoch entschieden und alle Pläne buchstäblich fortgespült“. Eines war anschließend klar: Beide Ämter sollten künftig an einen Strick ziehen und technisch wie finanziell Straßenbau und Hochwasserschutz bestmöglich vereinen.
 

Und wieder ging alles von vorn los: der Vorentwurf für die Finanzierung passte nicht mehr, das Raumordnungsverfahren und das Planfestsstellungsverfahren ebenso wenig. Doch Eile war geboten, weil das Wasserwirtschaftsamt nach dem Pfingsthochwasser auf die Umsetzung der Schutzbauten drängte. 13 Ordner Antragsunterlagen, dutzende von Einwendungen und zwölf Klagen mussten abgearbeitet werden. Die Trassenführung wurde so geändert, dass Hochwasserdamm gleichzeitig als Straßendamm dient. Für beiden Seiten wurde dieser Abschnitt je rund 50 Mio € teuer „doch es ergaben sich Synergieeffekte, die man nicht gehabt hätte, wenn jeder vor sich hingewurschelt hätte“, weiß Schmid heute. Gott sei Dank, denn als das Augusthochwasser 2005 kam, waren die Baumaßnahmen schon so weit gediehen, dass das Seifener Becken seine erste Feuertaufe gut bestehen konnte.

Bild: Werner Schmid Bild: Jochen Jankowsky
 

Bild: Jochen Jankowsky
Knapp sechs Kilometer noch nicht geöffnete Straße trennen Schmid nun noch von der Fertigstellung, die für den September 2009 vorgesehen ist. Dann kann Schmid die Akten zur „B 19 neu“ schließen. Seine Bilanz: „Ein Projekt von so einem Kaliber zu begleiten, passiert einem im Berufsleben nur einmal“. Seit 1997 ist er dabei, hat den Bau von Beginn an begleitet und am Ende auch noch die Straßenplanung mit dem Hochwasserschutz koordinieren müssen.


Stolz ist er darauf, dass die Straßenfachplanung komplett im eigenen Haus entstanden ist und die Abstimmung zwischen seiner Dienststelle und dem Wasserwirtschaftsamt so gut geklappt hat „Nicht zuletzt deshalb, weil es zwischen den Technikern auf beiden Seiten den buchstäblichen „heißen Draht“ gab.
 
 
 
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